Hier finden Sie ältere Mitteilungen sowie Presseberichte über die Arbeit des ZIK.

Katholische Akademie „Die Wolfsburg“ und ZIK beginnen Zusammenarbeit

Die katholische Akademie des Bistums Essen mit Sitz in Mülheim an der Ruhr veranstaltet seit langer Zeit Tagungen zu gesellschaftlichen Themen mit großer Bandbreite. Im Bereich der interkulturellen Kompetenz hat die Akademie Vorstände und Mitarbeiter großer im Ruhrgebiet ansässiger Unternehmen geschult, aber auch Krankenhauspersonal unterrichtet und Ärztinnen und Ärzte in Fragen der interkulturellen Ethik fortgebildet. Angestoßen durch eine Initiative von Frau Präsidentin des Landgerichts Essen a. D. Frau Dr. Anders entwickelte sich die Idee für ein gemeinsames Projekt der katholischen Akademie und des ZIK. Eine Gruppe von Richterinnen und Richtern des Landgerichtsbezirks Essen wird an zwei Tagen in der katholischen Akademie zu den Grundlagen des interkulturellen Handelns und der interkulturellen Kommunikation fortgebildet werden. In vorbereitenden Gesprächen mit Richterinnen und Richtern aus Essen wurde deutlich, dass auch rechtliche Fragen eine Rolle spielen sollen. So wurde es als wichtig angesehen, bestimmte Verhaltensweisen als religiös oder lediglich kulturell bedingt einordnen zu können und ganz allgemein die Grenzen der Religionsfreiheit zu bestimmen und zu diskutieren. Abschließen soll die Tagung mit einem Erfahrungsaustausch zu interkulturellen Konflikten im Gericht und einer Selbstreflexion. Einige Monate später wird ein Transfertag stattfinden, an dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre zwischenzeitlich gewonnenen Erfahrungen austauschen können und formulieren sollen, welche weiteren Hilfen für die tägliche Arbeit noch gebraucht werden. Insgesamt sind derzeit zwei Staffeln geplant, von denen die erste im Dezember 2018 beginnen soll. 

Landesweite Schulungen der Bewährungshilfe zum Thema Islam und Radikalisierung

In einer landesweiten Schulungsreihe bildet das Zentrum für Interkulturelle Kompetenz der Justiz NRW in Essen (ZIK) Fachkräfte des Ambulanten Sozialen Dienstes der Justiz NRW (ASD) aus. Das ZIK knüpft damit an die jahrelange erfolgreiche Arbeit der Islamwissenschaftler im Strafvollzug zu den Themen Grundlagen des Islam, radikaler Islam, Deradikalisierung und Prävention an und richtet die Fortbildungsinhalte auf die Berufsgruppe des ASD aus. Zusammen mit dem zivilgesellschaftlichen Träger IFAK e. V. in Bochum wurde eine zweitägige Veranstaltung entwickelt, die zunächst an den Standorten Bochum, Krefeld und Aachen pilotiert wurde. Am ersten Tag der Veranstaltung informieren die Islamwissenschaftler des ZIK über die Grundlagen des Islam und die Lebenswirklichkeiten von Muslimen in Deutschland. Zudem zeigen die Referenten die Charakteristika des Salafismus, dessen Ideologie und die Wege der Missionierung und Radikalisierung auf. Besonderer Wert wird dabei darauf gelegt, in der beruflichen Arbeit mit den Probandinnen und Probanden Warnsignale entdecken zu können sowie Strategien und Ansprechpartner für solche Fälle aufzuzeigen.

Den zweiten Tag der Schulung führen die Referentinnen und Referenten des Vereines IFAK e. V. durch. Der Verein wird im Rahmen des Projektes Demokratie leben! (www.demokratie-leben.de Link) mit Bundesmitteln tätig. Im Vordergrund des zweiten Tages steht zunächst die praxisorientierte Analyse von religiös begründeten Radikalisierungsprozessen. Außerdem wird anhand von Fallbeispielen, die konkrete Beratungssituationen vorstellen, das Gelernte vertieft und es werden Handlungsoptionen aufgezeigt. In der Gruppenarbeit zu den Fallbeispielen ergaben sich lebhafte Diskussionen und ein reger kollegialer Austausch.

Noch im August wird die Fortbildungsreihe nach ihrer Pilotphase fortgeführt und Veranstaltungen an allen übrigen Landgerichten durchgeführt. Wie bisher finden die Veranstaltungen am Sitz eines jeden Landgerichts statt, so dass der Zeitaufwand für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer minimiert werden kann. Die Reihe soll im Frühjahr 2019 abgeschlossen werden.

Hauptpersonalrat bei dem Ministerium der Justiz tagt im ZIK

Am 18. Juli 2018 führte der Hauptpersonalrat bei dem Ministerium der Justiz seine turnusmäßige Sitzung in den Räumen des Zentrums für Interkulturelle Kompetenz (ZIK) in Essen durch. Die Tagesordnung wurde mit der Vorstellung des ZIK eröffnet. Frau Dr. Khorrami (JM), Herr Behrend und Herr Skora (beide ZIK) stellten die Aufgaben des ZIK vor und erläuterten den Aufbau und die Personalsituation, erste Fortbildungsreihen und weitere Projekte. Die Mitglieder des HPR hoben hervor, dass sie das Thema interkulturelle Kompetenz in der Justiz für besonders wichtig halten und begrüßten einen wesentlichen Ausbau der Fortbildungsaktivitäten in diesem Bereich. Sie betonten, dass beispielsweise auch für die Serviceeinheiten der Gerichte das Thema interkultureller Umgang allgegenwärtig sei und Hilfe in Konfliktlagen benötigt werde. Das ZIK wird den HPR der gesetzlichen Regelung entsprechend hinsichtlich aller neuen Fortbildungsveranstaltungen frühzeitig beteiligen. Weitere Anregungen, welche Fortbildungen und sonstigen Hilfestellungen in den Themenfeldern des ZIK benötigt werden, wurden besprochen.